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May 13 2015

Stick-Wochenende 2

Das StickZeitLabor lädt zum Stick-Wochenende am 25.-26.07.

Kleine Stickerei mit Steppstich-Kontur

Seit geraumer Zeit gibt es im RaumZeitLabor und seinen diversen Außenstellen Stickmaschinen und -begeisterte.

Im Februar fand deshalb das erste Stickwochenende im RaumZeitLabor (ESWIRZL) statt.

Jetzt wollen wir uns zum zweiten Mal zu einem Wochenende voller Vorträge, Erfahrungsaustausch und wilder Experimente treffen. Sattelt die Pferde und kommt mit oder ohne Maschinen am 25.-26.07. ab 10 Uhr ins StickZeitLabor zum ZSWIRZL (Zweites Stickwochenende im RaumZeitLabor).

Eine formelle Anmeldung mit Passierschein A38 und einem Antrag auf Erteilung eines Antragformulars zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars, dessen Gültigkeitsvermerk von dem Bezugshackerspace stammt zum Behuf der Vorlage beim zuständigen Erteilungserfa ist nicht unbedingt notwendig, ihr könnt auch einfach spontan vorbeikommen.

Trotzdem wäre es nett wenn ihr uns vorher mitteilt, mit wie vielen Sticknerds ihr im RZL einreiten wollt, ob ihr einen Schlafplatz braucht, was ihr alles mitbringt, wieviel Platz ihr dafür voraussichtlich benötigt, und was euch sonst noch an nützlichen Informationen einfällt.

Sollte jemand planen eine Stickmaschine mit mehreren Köpfen mitzubringen, bitte auch kurz klären, ob wir sie durch die Tür bekommen!

Euer StickZeitLabor

May 06 2015

Bericht Texprocess

Bild 1

(Bild 1: Verzug rot markiert)

Vom vierten bis zum siebten Mai war in Frankfurt die Textilverarbeitungsmesse Texprocess. Ingo und ich waren am Mittwoch dort und haben unserem Stickmaschinenlieferanten und Stickzubehörlieferanten Löcher in den Bauch gefragt.

Tipps von ACE International:

Um dehnbare Träger zu stabilisieren kann man ein transparentes Reiß-Stickvlies vor dem Sticken auflegen. Nach dem Sticken überstehende Reste abreißen, das Vlies unter den Stichen bleibt dort und löst sich auch beim Waschen nicht auf. Bekommt man bei etc supplies.

Bei Plattstichen bzw. Satinstichen sollte man auf der Unterseite rechts und links jeweils 1/3 Oberfaden und in der Mitte 1/3 Unterfaden sehen.

Tipps von Gunold

Aus den eigenen Fehlern lernt man bekanntlich am besten, also habe ich zwei meiner Stickereien mitgebracht um die zugehörigen Probleme zu diskutieren, siehe Bild 1 und Bild 2.

Bild 2

(Bild 2: Zu hohe Stichdichte, dadurch Wellen im Motiv)

Für T-Shirts eignet sich das Vlies 2040, weil es dünn und weich ist, also einen hohen Tragekomfort bietet und trotzdem eine hohe Stich-Stabilität hat, also nicht so leicht zerstochen wird wie Vliese zum Abreißen.

Auf die Frage, warum sich die Stickerei in Bild 2 entlang der Hauptachsen der eingezeichneten Ellipsen so wellt und was man dagegen tun kann war die Antwort: Die Steppfläche ist zu dicht ausgestickt, da es blau auf blau ist (Ton in Ton) kann man problemlos die Stichdichte reduzieren. Außerdem sollte man immer mit Unterleger arbeiten, d.h. in der Sticksoftware die Option “Unternähen” einschalten, um das Textil zunächst bombenfest an dem Vlies zu befestigen. Wenn man dicht genug unternäht kommt man bei der anschließenden Steppfläche auch mit einer geringeren Dichte aus.

Bei den schwarz gestickten Wimpern (siehe Bild 1, grüne Ellipsen) sprachen wir über das Problem, dass der schwarze Plattstich die unterliegenden weißen und grauen Plattstiche nicht richtig verdeckt und deshalb zweimal gestickt werden muss, so dass die Stickerei an dieser Stelle sehr dick wird. Das lässt sich auf zwei Arten beheben: Entweder die schwarzen Flächen ebenfalls unternähen oder vor den schwarzen Flächen in die Stickdatei einen Maschinenstopp einfügen und Solvy (ein wasserlösliches Stickvlies) auflegen. Den Verzug am Rand der Stickerei (Bild 1, rote Kreise) wird man los, indem man da ebenfalls die Stichdichte reduziert.

Die Fadenspannung wird normalerweise nach Gefühl eingestellt und sollte bei Viskose (Sulky, unser Standardgarn besteht aus Viskose) etwas niedriger sein als bei Polyester. Bei Metall-Garn und nachleuchtenden Garnen noch etwas niedriger, bei letzeren ist die Spannung aber sowieso automatisch niedriger weil die aufgrund ihrer Beschichtung etwas besser gleiten. Die Unterfadenspannung sollte so hoch sein, dass man die Spulenkapsel mitsamt Spule am Unterfaden hochheben kann, aber gleichzeitig so niedrig dass ein bischen Unterfaden abgespult wird, wenn man dann am Unterfaden ruckartig zieht. Die Oberfadenspannung wird dann so eingestellt, dass bei Plattstichen auf der Unterseite 2/3 Oberfaden und 1/3 Unterfaden zu sehen ist.

Bei Hemden tritt unter Umstanden folgendes Problem auf: Man stickt, wäscht, bügelt und dann hat sich das Motiv verzogen und das Hemd hat Falten, die man nie wieder herausbekommt. Es gibt zwei Lösungsansätze: Entweder man nimmt als Vlies unter dem Stoff Thermofilm, stickt und entfernt das dann durch kreisförmige Bewegungen mit dem Bügeleisen. Oder man nimmt Solvy Fabric als Vlies unter dem Stoff und entfernt das dann durch Waschen.

Um die Wellen im Stoff zu reduzieren kann man das dünne Solvy (wir bekommen ein Muster geschickt) auch auf das Textil auflegen, das wirkt dann auch dem Treppen-Effekt (siehe Bild 3) entgegen.

Bild 3: Treppen-Effekt(Bild 3: Treppen-Effekt)

Tipps von ZSK

Am Ende haben wir dann noch mit René Gotolle von ZSK geredet, der mir Grundlagen der Stichdichte aufgeschrieben hat (Endlich mal Zahlen!):

Stepplinien

Eine Stepplinie (z.B. als Konturlinie, wenn die Linie dünner als 1mm sein soll) wird standardmäßig mit 2mm langen Stichen gestickt, wobei in Kurven bis auf 1mm reduziert wird, um die Kontur besser anzunähern. In der Regel wird das zweimal gestickt, also einmal vorwärts und einmal rückwärts.

Bild 4: Steppstich-Kontur

(Bild 4: Steppstich-Kontur)

Steppflächen

Eine Steppfläche wird mit 3,6mm langen Stichen ausgestickt, wobei die Stiche in den einzelnen Zeilen um 1/3 versetzt werden und die Zeilen 0,36mm voneinander entfernt sind (Siehe Bild 5). In der Sticksoftware bedeutet das 2,8 Stiche pro Millimeter. Der Flächenunterleger wird senkrecht zur Stichrichtung der Steppfläche gestickt, dabei reicht eine Linie alle 1,2mm und die Stiche kann man 4mm lang machen, das spart Stiche und damit Zeit. In der Software muss man dafür “Unternähen, dicht” auswählen, das ergibt aber nur eine Linie alle 1,5mm. Für einzelne große Flächen kann man sich mit einem Trick behelfen: Anstatt die Unternähen-Funktion zu benutzen dupliziert man die Fläche und stickt die untere Fläche mit 0,9 oder 0,8 Stichen pro Millimeter senkrecht zur eigentlichen Stichrichtung ohne Zugkompensation. Das sollte den selben Effekt haben, ist für viele kleine Flächen aber wahrscheinlich zu fummelig. Ein einfacher Unterleger reicht, man braucht keinen Kreuz-Unterleger.

Bild 5: Steppfläche

(Bild 5: Steppfläche. Die lila markierten Stiche in jeder zweiten Linie sind leicht versetzt, weil nicht um 1/3 sondern um 30% verschoben wird.)

Plattstiche

Die minimale Breite für Plattstiche beträgt 1mm, darunter funktioniert es nicht mehr zuverlässig, weil die Nadel u.U. zweimal die selbe Stelle im Stoff trifft. Bei so schmalen Steppstichen reichen 2 Stiche pro Millimeter für Deckung, bei höheren Dichten hat man wieder das Problem, dass mehrfach die selbe Stelle im Stoff getroffen wird, das führt zu Löchern und Fadenriss. In der Sticksoftware braucht man dafür nicht die Option Unternähen, es reicht den Ein- und Aussteigspunkt auf die selbe Seite der Linie zu legen (siehe Bild 6, oben).

Der Unterleger wird als einfacher Steppstich in der Mitte ausgeführt. Ab 2mm Breite des Plattstiches nimmt man wieder die übliche Stichdichte von 2,8 Stichen pro Millimeter und als Unterleger eine Naht entlang der Kontur (siehe Bild 6, unten).

Bild 6: Plattstiche

(Bild 6: Plattstiche)

Falten um das Motiv

Selbst mit zwei Lagen Stickvlies unter dem Stoff bilden sich um das Motiv außenherum teilweise Falten (in Bild 1 rot markiert, in Bild 7 offensichtlich).

In Bild 1 wird das Problem teilweise durch die zu hohe Stichdichte von 5,5 Stichen pro Millimeter bzw. ein Stich alle 0,18mm verursacht. In Bild 7 habe ich die Dichte nachgemessen, die Umrandung des Stickmotivs hat eine Breite von etwa 1,3mm und einen Stich alle 0,4mm bzw. 2,5 Stiche pro Millimeter. Die Steppfüllungen haben ungefähr 3 Linien pro Millimeter bzw. eine Linie alle 0,33mm.

Bild 7: Stickerei auf Hemdtasche

(Bild 7: Stickerei auf Hemdtasche)

Die Falten bekommt man auch mit einem Dampfbügeleisen nur teilweise weg (BTDTNT).

Die ganzen Tipps werde ich sobald ich Zeit habe™ alle ausprobieren und dann natürlich berichten.

April 30 2015

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April 28 2015

MRMCD 2015: Call for Participation

MRMCD 2015 Plakat

Für die diesjährigen MRMCD suchen wir wieder interessante Beiträge. Themen die auf den MRMCD häufig vertreten sind sind z.B. Open Source, Kryptographie, Soziale Netzwerke, Eingebettete Systeme, Programmiersprachen, Anonymität und daraus resultierende gesellschaftliche Fragen.

Entsprechend dem Motto dieses Jahr freuen wir uns auch auf Themen an der Schnittstelle zwischen Körper und Technik, sei es Forschungen und Entwicklungen unter dem Stichwort Quantified Self oder interessanten Technologien aus dem Sportbereich.

Diese Liste ist aber keinesfalls abschließend. Die MRMCD sind bekannt dafür, ein breites, interessantes Themenspektrum zu besitzen. Unsere Besucher sind stets daran interessiert auch scheinbar fachfremdes Wissen kennen und beherrschen zu lernen.

Entsprechend dem diesjährigen Thema planen wir Wettbewerbe für die Gäste auf der Veranstaltung. Solltest du eine Idee für einen Wettbewerb haben und vielleicht sogar Interesse besitzen, einen Wettbewerb zu organisieren, freuen wir uns über eine E-Mail.

Du hast eine Idee für einen Vortrag auf den MRMCD15?

Wir freuen uns, von dir zu hören! Ihr könnt euch auch gerne mit Themenideen melden. Wir schauen dann ob wir einen interessanten Speaker finden können.

Übrigens: Speaker auf den MRMCD15 sind die besten Menschen der Welt und wir kümmern uns natürlich ganz besonders um sie. Speaker sind automatisch zutrittsberechtigt zur VIP-Lounge.

Einreichungen zu Workshops und Vorträgen nehmen wir über unser Konferenzorganisationstool frab entgegen. Auf media.ccc.de findet ihr die Video-Aufzeichnungen vergangener MRMCDs.

Wir freuen uns, wenn du dabei bist.

Mit sportlichen Grüßen,

die Wettkampfleitung der MRMCD15

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